Auswahlkriterien für Rechtsanwälte

Jeder Rechtsanwalt hat es schon erlebt: ein neuer Mandant kommt und erklärt, der Vorgänger habe sich als völlig unfähig erwiesen. Dabei ist nichts festzustellen, was der Kollege falsch gemacht haben soll und meist genießt er bei Gericht und Kollegen auch noch einen guten Ruf.
 
Wie kommt so was?
 
Die Antwort ist ganz einfach: Anwalt und  Mandant passen einfach nicht zusammen.
 
Stellen Sie sich das Mandatsverhältnis wie eine Bergsteigergruppe vor, die eine Gipfelbesteigung plant: die Leute müssen zusammenpassen. Will man möglichst schnell ans Ziel kommen, dann müssen alle sehr schnell sein. Oder soll es gemütlich zugehen, mit vielen Fotostopps? Dann sollten alle fotografieren wollen, denn andernfalls werden etwaige Gipfelstürmer wahnsinnig, ob der überflüssigen Pausen.
 
Genau so ist das Mandatsverhältnis zu planen.
 
Will der Mandant sein Recht oder eine schnelle, praktikable Lösung? Will er auch noch die letzten 25,- € Zinsen haben, oder sind die ihm im Zweifel egal?
 
Will er einen Repräsentanten, der ihn besser darstellen kann, als er sich selbst?
 
Oder eine „hired gun“; den Kopfgeldjäger, der einfach nur Befehle ausführt und unangenehme Gespräche führt, und andere verletzt oder vor den Kopf stößt; einer, hinter dem man sich verstecken kann ?
 
Oder den Handwerker, der den großen juristischen Wasserschaden eindämmt und die Leitung wieder flickt?
 
Oder den Architekten, der ein solides Gebilde plant und umsetzt ?
 
Den Beichtvater vielleicht, dem man seine eigene Unzulänglichkeit  anvertrauen kann, ohne  dadurch einen Nachteil zu erleiden ? 
 
Den Mann für unangenehme Aufgaben ?
 
Den verlässlichen Helfer, der immer für einen da ist, der einen nie enttäuscht ?
 
Die Schachfigur, die den Gegner ablenkt und sich für die große Sache aufopfert ?
 
Der Berater, der das Unternehmen und den Inhaber  besser kennt als der sich selbst und der deshalb die besten Ideen hat ?

Diese Liste ist nicht abschließend und vermutlich auch nicht repräsentativ.
 
Nur: die Tatsache, dass ein Anwalt von dem einen Mandanten in den Himmel gehoben wird bedeutet nicht, dass er  von dem nächsten Mandanten nicht verdammt wird.
 
Deshalb die Quintessenz aus anwaltlicher Sicht:
 
Machen Sie sich ein eigenes Bild
 
Machen Sie sich klar, was sie von Ihrem Anwalt wollen, welche Rolle er für Sie übernehmen soll.
 
Und machen Sie ihm das rechtzeitig klar,  damit beide Seiten bereits zu Beginn wissen, woran sie sind.
 
Denn (nur) dann besteht die Chance  -nicht gerade auf – „ den Beginn einer wunderbaren Freundschaft “, aber immerhin auf eine vertrauensvolle, erfolgreiche und für beide Seiten stressfreie Zusammenarbeit.
 
©ekkehardstein2015

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